Beim Reiben wirkt Reibung zwischen den Handflächen. Deine Muskeln müssen gegen diesen Widerstand arbeiten. Ein Teil der dabei übertragenen Energie wird zu thermischer Energie in der Haut: Die Hände können wärmer werden.
Die Titelillustration zeigt zwei sich berührende Handflächen. Sie ist keine Wärmeaufnahme und zeigt keine gemessene Temperatur.
Reibung wirkt an der Kontaktfläche
Gleiten zwei Oberflächen aneinander vorbei, wirkt die Gleitreibung der Bewegung gegeneinander entgegen. Deshalb brauchst du weiter Muskelkraft, um deine Hände zu reiben.
Selbst glatt aussehende Flächen haben winzige Strukturen. An ihren Kontaktstellen wirken außerdem Kräfte zwischen Teilchen. Reibung ist mehr als das Verhaken kleiner Zacken.
Die Energie kommt von deiner Arbeit
Du überträgst beim Bewegen Energie auf deine Hände. An den Kontaktstellen werden die Oberflächen winzig verformt und ihre Teilchen beeinflussen einander.
Dabei wird ein Teil der Energie in ungeordnete Bewegungen und Schwingungen der Teilchen umgewandelt. Diese Energie verschwindet nicht; sie liegt nun teilweise als thermische Energie vor.
Ganze Hand und winzige Teilchen
Das sichtbare Hin und Her der Hand ist etwas anderes als die ungeordnete Bewegung ihrer Teilchen. Mehr thermische Bewegung kann die Temperatur der Haut erhöhen.
Die Hände müssen dafür nicht immer schneller werden. Auch beim gleichmäßigen Reiben kannst du fortlaufend Energie zuführen. Gleichzeitig geben die Hände Energie an ihre Umgebung ab.
Ein Gefühl ist noch kein Thermometer
Wie warm es sich anfühlt, hängt auch von Ausgangstemperatur, Dauer und Hautzustand ab. Mehr Druck ist für unsere Beobachtung nicht nötig.
Der Vergleich unten erfasst nur dein Wärmegefühl. Er misst weder die Reibungskraft noch Grad Celsius. Körperwärme und Umgebung lassen sich damit nicht vollständig von der Wirkung des Reibens trennen.
Ruhig berühren und sanft reiben
- Beobachtet gemeinsam mit einem Erwachsenen bei angenehmer Raumtemperatur. Nutzt saubere, trockene Hände nur mit unverletzter Haut. Lasst sie zunächst eine Minute locker ruhen. Legt die Handflächen dann zehn Sekunden leicht aneinander, ohne sie zu bewegen. Notiert: unverändert, etwas wärmer oder deutlich wärmer?
- Lasst die Hände wieder locker ruhen, bis sie sich ungefähr wie am Anfang anfühlen. Reibt die Handflächen nun zehn Sekunden sanft mit leichtem Kontakt aneinander vorbei. Bleibt bei einer bequemen Geschwindigkeit und hört sofort auf, wenn es unangenehm wird. Notiert euer Wärmegefühl auf derselben Skala.
- Vergleicht beide Notizen. Wenn die Haut sich weiterhin wohlfühlt, könnt ihr nach einer Pause einmal die Reihenfolge tauschen. Haltet Dauer, Ort und leichten Kontakt möglichst ähnlich. Auch kein klarer Unterschied ist ein Ergebnis. Ihr beschreibt ein Gefühl, keine genaue Temperatur oder Energiemenge.
Nur kurz und sanft reiben; bei Brennen, Schmerzen oder Hautreizung sofort aufhören. Bei empfindlicher oder verletzter Haut die Aktivität auslassen und die Bilder besprechen. Keine rauen Flächen, Werkzeuge, heißen Gegenstände, Cremes oder andere Zusätze verwenden. Keine Versuche mit Feuer oder Bremsen durchführen.
Zum Mitnehmen
Reibung kann Energie aus Muskelarbeit in thermische Energie umwandeln. Die Haut wird dadurch oft wärmer. Energie wird dabei übertragen und umgewandelt; die Beobachtung mit den Händen liefert keine Temperaturmessung.
Woher kommt ein Teil der Energie, die deine Hände beim Reiben wärmer macht?
Quellen & Weiterlesen
American Chemical Society · Friction – A Hot Topic! (PDF) ↗Government of the Northwest Territories · Science Module 2: Friction (PDF, S. 19–20) ↗OpenStax / Rice University · University Physics: Friction ↗OpenStax / Rice University · Nonconservative Forces and Energy ↗Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.
