Natur & Licht

Warum bekommen wir Gänsehaut, wenn uns kalt ist?

Ein kühler Luftzug, und schon stehen die Härchen am Arm ab. Das machen winzige Muskeln in deiner Haut.

Kleine Erhebungen und feine Härchen auf einem Unterarm
Kleine Erhebungen und feine Härchen auf einem Unterarm · KI-generiertes Illustrationsbild
✦ Die kurze Antwort

Bei Kälte können Nerven winzige Muskeln in der Haut zum Anspannen bringen. Sie ziehen an den Stellen, an denen die Haare in der Haut sitzen. Dabei richten sich die Härchen auf, und um sie herum entstehen kleine Erhebungen.

Du trittst aus einem warmen Zimmer ins Freie. Ein kühler Wind streicht über deinen Arm. Plötzlich sieht die Haut aus, als hätte jemand lauter kleine Punkte daraufgesetzt. Was hat sich unter der Haut bewegt?

Ein kleiner Muskel zieht am Haar

Ein Haar wächst in einer winzigen Tasche in der Haut. Diese Tasche heißt Haarfollikel. Bei vielen Körperhaaren hängt ein winziger Muskel seitlich am Follikel. Wenn der Muskel entspannt ist, liegt das Härchen meist flach oder schräg.

Wenn dir kalt wird, können Nerven diesen Muskeln ein Signal geben. Die Muskeln ziehen sich zusammen und ziehen an den Follikeln. Die Härchen richten sich auf, und die Haut wölbt sich rund um die Haare ein wenig. So entsteht Gänsehaut.

Das passiert von selbst. Auch wenn dich etwas erschreckt, kann die Haut so reagieren.

Der rote Muskel zieht sich zusammen. Das Härchen richtet sich auf und die Haut wölbt sich rund um das Haar.
Der rote Muskel zieht sich zusammen. Das Härchen richtet sich auf und die Haut wölbt sich rund um das Haar.

Dichtes Fell hält Luft fest

Bei einem Tier mit dichtem Fell kann sich zwischen den aufgerichteten Haaren mehr Luft halten. Wenn sich diese Luft wenig bewegt, geht Wärme langsamer vom Körper an die Umgebung verloren.

Die feinen, kurzen Härchen auf unseren Armen bilden keine so dicke Luftschicht. Gänsehaut wärmt uns deshalb kaum.

Blau zeigt die Luft zwischen den Haaren. Aufgerichtete Haare können eine dickere Luftschicht festhalten. So entweicht Körperwärme langsamer.
Blau zeigt die Luft zwischen den Haaren. Aufgerichtete Haare können eine dickere Luftschicht festhalten. So entweicht Körperwärme langsamer.
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Schau dir deinen Unterarm an

  1. Schau bei gutem Licht auf deinen Unterarm, wenn dir angenehm warm ist. Merke dir, wie schräg die feinen Härchen liegen.
  2. Wenn du im Alltag von selbst Gänsehaut bekommst, schau möglichst aus demselben Winkel auf die Haut. Siehst du aufgerichtete Härchen, kleine Erhebungen oder beides?
  3. Schau später noch einmal hin, wenn dir wieder warm ist. Vergleiche die Richtung der Härchen und die Oberfläche der Haut.

Warte auf einen Moment, in dem die Gänsehaut von selbst auftritt. Wenn du frierst, zieh dir etwas Warmes an.

Zum Mitnehmen

Gänsehaut entsteht, wenn kleine Muskeln an den Haarfollikeln ziehen. Bei dichtem Fell helfen die aufgerichteten Haare, eine isolierende Luftschicht zu halten.

Eine kleine Frage an dich

Was richtet die Härchen bei Gänsehaut auf?

Quellen & Weiterlesen

Washington State University · Why do we get goosebumps? ↗Smithsonian Institution · Why do we get goose bumps? ↗Shwartz et al. · Cell types promoting goosebumps (Cell, 2020) ↗

Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.

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