Viele Katzen haben hinter der Netzhaut eine reflektierende Gewebeschicht: das Tapetum lucidum. Sie wirft Licht durch die Netzhaut zurück. Ein Teil kann das Auge wieder verlassen und uns als heller Augenreflex erreichen. Das Auge braucht dafür Licht von außen.
Das Titelbild ist eine Illustration, kein Beleuchtungsversuch mit einem Tier. Die Grafiken zeigen stark vereinfachte Lichtwege und keine vollständige Anatomie.
Licht gelangt ins Auge
Durch die Pupille fällt Licht ins Auge. Die Linse hilft, es auf die Netzhaut zu bündeln. Dort reagieren lichtempfindliche Zellen. Die daraus entstehenden Signale gelangen zum Gehirn; das Licht selbst wandert nicht als Bild ins Gehirn.
Eine zweite Chance für die Netzhaut
Nicht alles Licht wird beim ersten Durchgang aufgenommen. Das Tapetum lucidum hinter der Netzhaut reflektiert einen Teil zurück. So können die Sehzellen noch einmal darauf reagieren. Diese biologische Schicht ist kein eingebauter Glasspiegel, erfüllt aber eine ähnliche Aufgabe beim Zurückwerfen von Licht.
Ein Teil des Lichts kommt zurück zu uns
Nicht alles zurückgeworfene Licht wird aufgenommen. Ein Teil kann wieder durch die Pupille nach außen gelangen. Dieses zurückkehrende Licht sehen wir als Augenleuchten. Der Reflex ist oft gelbgrün, kann aber auch anders aussehen. Er ist kein Lichtstrahl, den die Katze selbst herstellt.
Auch Katzen brauchen etwas Licht
Die reflektierende Schicht hilft, schwaches Licht besser zu nutzen. Eine weit geöffnete Pupille und viele empfindliche Sehzellen helfen ebenfalls. Doch ohne einfallendes Licht gibt es weder diesen Reflex noch ein sichtbares Bild der Umgebung. Besseres Sehen bei wenig Licht bedeutet nicht Sehen ohne Licht.
Licht an Papier und Folie beobachten
- Eine erwachsene Person legt den Innenboden zweier leerer Kartonbecher aus: einmal mit mattem schwarzem Papier, einmal mit einem Stück Alufolie. Stellt beide Becher offen auf den Tisch.
- Lasst das Zimmerlicht an. Der Erwachsene beleuchtet die Becher nacheinander mit derselben kleinen Taschenlampe. Betrachtet die Innenflächen seitlich: Wo fallen helle Reflexe auf? Verändert die Richtung vorsichtig, ohne Licht auf Augen zu richten.
- Schaltet die Taschenlampe aus, das Zimmerlicht bleibt an. Vergleicht und zeichnet eure Beobachtung. Auch jetzt kann Raumlicht reflektiert werden. Das Modell zeigt nur das Zurückwerfen von Licht; es enthält weder Netzhaut noch eine echte reflektierende Augenschicht.
Nur mit einem Erwachsenen und einer gewöhnlichen kleinen Taschenlampe beobachten. Nicht in Lampe oder helle Reflexe starren. Keine Augen oder Tiere beleuchten, keine Laser, Blitzgeräte oder direkte Sonne verwenden.
Zum Mitnehmen
Das Tapetum gibt einfallendem Licht einen zweiten Weg durch die Netzhaut. Licht, das wieder aus dem Auge austritt, kann als Augenleuchten sichtbar werden.
Woher stammt das Licht des typischen Katzenaugenreflexes?
Quellen & Weiterlesen
Cornell University · Feline Health Center: Feline Vision Problems, Basic Components ↗Cornell University · Randy Wayne: Animal Eyes (PDF, printed p. 187) ↗ABC Education · Braidee Foote, University of Tennessee: Why do cats' eyes glow in the dark? ↗Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.
