Ein gewöhnlicher Klettverschluss hat eine Seite mit winzigen Haken und eine mit weichen Schlaufen. Beim Zusammendrücken fangen Haken einige Schlaufen ein. Viele solcher Verbindungen halten gemeinsam. Beim Abziehen vom Rand lösen sie sich nach und nach.
An Schuhen, Taschen und Kabelbändern begegnet uns diese einfache Technik. Das Titelbild ist eine Illustration; die vergrößerten Strukturen sind keine Mikroskopaufnahme.
Zwei Seiten mit verschiedenen Aufgaben
Die Hakenseite fühlt sich meist rauer an. Die andere Seite trägt viele biegsame Faserschlaufen und fühlt sich weicher an. Häufig bestehen die Teile aus Kunststoffen wie Nylon oder Polyester.
Die Haken brauchen passende Stellen zum Einhängen. Deshalb greift ein solcher Verschluss nicht genauso an einer glatten Tischplatte.
Viele Verbindungen teilen sich die Aufgabe
Drücken bringt die beiden Oberflächen eng zusammen. So können viele Haken Schlaufen erwischen. Diese Kontakte verteilen die Belastung über einen Bereich.
Es müssen nicht alle Haken greifen. Wie gut der Verschluss hält, hängt unter anderem von Bauart, überlappender Fläche und Zugrichtung ab.
Am Rand lässt sich der Verschluss öffnen
Beim Abschälen hebt sich ein Band vom Rand her ab. Die Verbindungen lösen sich in der wandernden Öffnungszone. Biegsame Schlaufen und Haken können dabei nachgeben.
Viele Kontakte lassen sich erneut schließen. Mit der Zeit können aber Fasern verschleißen. Manche Bänder haben zusätzlich eine Kleberückseite zur Befestigung; zwischen den beiden Klettflächen halten die Haken und Schlaufen.
Die Idee kam von einer Pflanze
Klettenfrüchte tragen kleine Häkchen, die an Fell oder Stoff hängen bleiben können. Diese Form inspirierte den Ingenieur Georges de Mestral.
Eine nützliche Struktur aus der Natur für Technik zu nutzen, gehört zur Bionik. Der Klettverschluss übernimmt das Prinzip des Einhakens.
Den Öffnungsrand beobachten
- Sucht mit einem Erwachsenen einen sauberen, unbelasteten Klettverschluss, etwa an einer leeren Tasche oder einem ausgezogenen Schuh. Öffnet ihn vorsichtig. Vergleicht beide Seiten im hellen Licht, wenn vorhanden mit einer Lupe. Welche wirkt rau, welche weich?
- Drückt dieselbe Fläche wieder zusammen. Haltet das untere Teil ruhig und hebt das obere langsam an einer Ecke ab. Beobachtet, wo die Lücke größer wird und welcher Bereich noch geschlossen bleibt.
- Schließt und öffnet den Verschluss höchstens dreimal. Notiert eure Beobachtungen zu Oberfläche und Öffnungsrand. Prüft nur, ob er sich wieder schließen lässt; daraus folgt keine gemessene Haltekraft.
Nur mit Erlaubnis am vorhandenen Verschluss arbeiten. Von Haaren, Augen und empfindlichen Stoffen fernhalten. Nicht ruckartig ziehen, nichts daran aufhängen und keine schweren Gegenstände befestigen.
Zum Mitnehmen
Viele kleine Haken greifen in Schlaufen und halten gemeinsam. Beim Öffnen am Rand lösen sich Kontakte nach und nach. Die Form der Oberflächen macht die wiederverwendbare Verbindung möglich.
Was hält die beiden Klettflächen zusammen?
Quellen & Weiterlesen
American Chemical Society · Investigate a Nature-inspired Invention ↗New Mexico State University · Fasteners Made Easy ↗Canadian Conservation Institute · Velcro Support System for Textiles ↗Velcro Companies · How Hook and Loop Works ↗NASA · Quick-Release Hook-and-Loop Fastener ↗Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.
