Natur & Licht

Wie entsteht ein Regenbogen?

Die Sonne kommt nach dem Regen heraus. Plötzlich hängt ein bunter Bogen am Himmel. Die Farben waren schon vorher da.

Ein Prisma macht den Farbmix sichtbar
Ein Prisma macht den Farbmix sichtbar · KI-generiertes Illustrationsbild
✦ Die kurze Antwort

Regentropfen brechen Sonnenlicht, spiegeln einen Teil im Inneren und lassen es wieder austreten. Dabei werden die Farben in unterschiedliche Richtungen gelenkt.

Ein Regenbogen fühlt sich an wie eine kleine Belohnung nach einem Schauer. Dabei malt niemand einen Bogen in die Luft. Sonnenlicht, Wassertropfen und dein Standort reichen aus, damit die Farben sichtbar werden.

Ein Tropfen lenkt Licht um

Sonnenlicht ist ein Gemisch vieler Farben. Trifft es auf einen Wassertropfen, ändert es beim Eintritt seine Richtung. Das heißt Brechung. Ein Teil wird an der Rückseite im Tropfen reflektiert, also zurückgespiegelt, und beim Austritt nochmals gebrochen.

Die verschiedenen Farben werden dabei unterschiedlich stark abgelenkt. So kommt das Licht nicht mehr als derselbe weiße Mix heraus. Für einen sichtbaren Regenbogen braucht es viele Tropfen, die passende Lichtanteile in Richtung deiner Augen schicken.

Schematisch, nicht maßstabsgetreu: Licht wird beim Eintritt und Austritt gebrochen und im Inneren reflektiert.
Schematisch, nicht maßstabsgetreu: Licht wird beim Eintritt und Austritt gebrochen und im Inneren reflektiert.

Warum sehen wir einen Bogen?

Die Sonne muss hinter dir stehen und die Tropfen müssen vor dir liegen. Von deinem Standort aus erreichen dich die Farben aus bestimmten Winkeln. Die passenden Tropfen bilden am Himmel einen Kreis um die Richtung gegenüber der Sonne.

Vom Boden aus ist der untere Teil dieses Kreises meist verdeckt. Deshalb sehen wir einen Bogen. Aus großer Höhe kann unter passenden Bedingungen sogar ein ganzer Regenbogenkreis sichtbar sein. Ein Regenbogen hat keinen festen Ort, an dem man sein Ende anfassen könnte.

Ein Prisma macht den Farbmix des Sonnenlichts sichtbar. Die Farben gehen fließend ineinander über.
Ein Prisma macht den Farbmix des Sonnenlichts sichtbar. Die Farben gehen fließend ineinander über.

Sieben Farben oder viel mehr?

Wir nennen oft sieben Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. In Wirklichkeit gehen die Farben fließend ineinander über. Die sieben Namen helfen beim Beschreiben, sind aber keine harten Grenzen.

Beim gewöhnlichen Hauptregenbogen liegt Rot außen und Violett innen. Manchmal erscheint ein zweiter, schwächerer Bogen darüber. In den Tropfen wird das Licht dafür zweimal reflektiert. Die Reihenfolge der Farben ist im zweiten Bogen umgekehrt.

↗ Probier es aus

Ein kleiner Regenbogen im Garten

  1. Wähle einen sonnigen Morgen oder späten Nachmittag und stell dich mit der tief stehenden Sonne im Rücken hin.
  2. Erzeuge mit einer Sprühflasche einen feinen Wassernebel vor dir.
  3. Verändere langsam deinen Blickwinkel und suche im Nebel nach Farben.

Schau nicht in die Sonne. Sprühe nicht auf Menschen, Steckdosen oder Geräte; vermeide rutschige Böden.

Zum Mitnehmen

Ein Regenbogen entsteht aus Licht, Tropfen und dem richtigen Blickwinkel. Die Farben stecken bereits im Sonnenlicht.

Eine kleine Frage an dich

Wo steht die Sonne, wenn du einen Regenbogen vor dir siehst?

Quellen & Weiterlesen

Met Office · Rainbows: optical wonders ↗NOAA National Weather Service · How Do Rainbows Form? ↗

Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.

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