Zu Hause

Warum wird ein kaltes Glas außen nass?

Innen ist dein Getränk. Außen wachsen kleine Tropfen. Das Wasser kommt aus der Luft – und hat einen unsichtbaren Anfang.

Wasserperlen auf einem kalten Glas
Wasserperlen auf einem kalten Glas · KI-generiertes Illustrationsbild
✦ Die kurze Antwort

Die Luft enthält unsichtbaren Wasserdampf. An der kalten Glaswand kühlt die Luft ab. Ist die Oberfläche kalt genug, wird ein Teil des Wasserdampfs zu flüssigen Tropfen. Das heißt Kondensation.

Du stellst ein Glas mit Eiswasser auf den Tisch. Erst ist es außen trocken. Bald glitzern Wasserperlen darauf, obwohl du nichts verschüttet hast. Ein unbeschädigtes Glas lässt das Getränk nicht durch seine Wand sickern: Die Tropfen entstehen außen.

Unsichtbares Wasser in der Luft

Wasser kann flüssig, fest oder gasförmig sein. Gasförmiges Wasser heißt Wasserdampf. Seine winzigen Moleküle bewegen sich zwischen den anderen Teilchen der Luft. Du kannst sie nicht sehen.

Flüssiges Wasser verdunstet und liefert Wasserdampf. Kondensation führt zurück zur Flüssigkeit. Ein sichtbarer Beschlag besteht aus winzigen Tropfen; der Wasserdampf selbst bleibt unsichtbar.

Vereinfachtes Modell: Die Punkte stehen für Wassermoleküle. Durch Kondensation werden aus gasförmigem Wasser flüssige Tropfen. Die Moleküle selbst sind unsichtbar.
Vereinfachtes Modell: Die Punkte stehen für Wassermoleküle. Durch Kondensation werden aus gasförmigem Wasser flüssige Tropfen. Die Moleküle selbst sind unsichtbar.

Kalt genug: der Taupunkt

Das Eiswasser kühlt die Glaswand. Diese kühlt die Luft direkt daneben. Ob sich dabei Tropfen bilden, hängt von der Temperatur und der Feuchtigkeit der Luft ab.

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft beim Abkühlen mit unverändertem Wasserdampfgehalt gesättigt wird. Liegt die Glasoberfläche darunter, kann Wasserdampf dort kondensieren. Ein kaltes Glas bleibt deshalb in sehr trockener Luft manchmal trocken. Der Taupunkt ist keine feste Temperatur wie 0 °C.

Beispiel unter passenden Bedingungen: Nur die rechte Außenwand ist kälter als der Taupunkt. Dort entstehen Tropfen aus dem Wasserdampf der Umgebungsluft.
Beispiel unter passenden Bedingungen: Nur die rechte Außenwand ist kälter als der Taupunkt. Dort entstehen Tropfen aus dem Wasserdampf der Umgebungsluft.

Dasselbe Prinzip an Fenstern und Grashalmen

Feuchte Zimmerluft kann an einer kalten Fensterscheibe Wasser abgeben. Draußen entstehen Tautropfen auf ausreichend abgekühlten Grashalmen. In beiden Fällen wird unsichtbarer Wasserdampf zu sichtbarem Wasser.

Wenn das Glas wärmer wird, können die Tropfen wieder verdunsten. Das Wasser wechselt seinen Zustand; neues Wasser wird dabei nicht erzeugt.

↗ Probier es aus

Zwei Becher im Vergleich

  1. Stelle zwei gleiche, durchsichtige Becher auf ein Tablett. Fülle einen mit Wasser bei Raumtemperatur, den anderen mit Eiswasser. Decke beide ab und trockne ihre Außenseiten.
  2. Lass beide am selben Ort stehen. Schau nach fünf bis zehn Minuten außen nach Tropfen. Welcher Becher ist feuchter?
  3. Wische den kalten Becher noch einmal trocken und beobachte ihn weiter. Keine Tropfen? Die Luft kann sehr trocken oder der Becher noch nicht kalt genug sein.

Stelle das Tablett sicher und fern von elektrischen Geräten auf. Wische verschüttetes Wasser auf. Heißes Wasser ist für diese Beobachtung nicht nötig.

Zum Mitnehmen

Die Wasserperlen kommen aus dem Wasserdampf der Umgebungsluft. Eine ausreichend kalte Oberfläche macht daraus flüssige Tropfen.

Eine kleine Frage an dich

Woher kommt das Wasser außen an einem unbeschädigten kalten Glas?

Quellen & Weiterlesen

USGS Water Science School · Water Cycle for Kids: Condensation ↗NOAA National Weather Service · What is Dewpoint? ↗Met Office · Understanding humidity ↗

Unsere Texte erklären die Grundidee in eigenen Worten. Bilder und Modelle vereinfachen die Wirklichkeit; sie sind nicht maßstabsgetreu.

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